Dienstag, 15. November 2016

"Ein "Kopf" ist, der viel Verstand, das heißt Auffassung, Abstraktion und Reflektion hat."



Herzlich Willkommen zu einer neuen Stunde Philosophie mit mir, dem einzig wahren Kant.
Heute möchte ich näher darauf eingehen, wie unser Verstand Begriffe bildet. Dazu ziehen wir die Osbornsche Denkhaube zu Rate:






In unserem Verstand gibt es feste Strukturen (apriorisch), die von Anfang an verankert sind. Dies ist zum einen der Raum; aus ihm lassen sich Gegenstände wegdenken, aber nicht der Raum selbst, und zum anderen die Zeit. Des weiteren unterscheidet man zwischen vier Kategorien: Quantität, Qualität, Relation und Modalität. Wenn wir Erkenntnis gewinnen, kommt allerdings noch die Sinnlichkeit mit ins Spiel. Durch sie werden uns Gegenstände gegeben, die aufgenommenen Eindrücke werden dann vom Verstand geordnet.
Bevor Gegenständen Begriffe zugeordnet werden können, durchlaufen sie zwei Phasen der Ordnung. Die erste Ordnung umfasst Raum und Zeit, dadurch werden Begriffe in einem Nebeneinander und Nacheinander geordnet. Danach folgt die zweite Ordnung in Kategorien. Je nachdem in welche Kategorie der Verstand die Gegenstände ordnet, können ihnen verschiedene Begriffe zugeordnet werden.
 Zum Beispiel: Man stelle sich ein Becken gefüllt mit Wasser vor. Man kann es als Einheit (Wasserfläche) oder als Vielheit (einzelne Tropfen) betrachten.

Allerdings kann unser Verstand auch spontan, d. h. "selbsttätig" sein. Er kann sich Begriffe ausdenken, ohne dass durch die Sinnlichkeit Eindrücke aufgenommen werden. Dann haben wir aber nichts erkannt, denn wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass der erdachte Begriff existiert.

Zusammenfassend habe ich erkannt, dass zum Erkenntnisprozess Sinnlichkeit und Verstand notwendig sind.

Gezeichnet: KANT 




#unerKANT
 

Montag, 14. November 2016

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit."

 
Guten Tag, meine unerkannten Freunde!
Gestern Abend, als ich die Sterne beobachtete, hatte ich eine geniale Eingebung.
Wie euch ja sicherlich bekannt ist, kreisen die Planeten und die Erde um die Sonne. Dies wurde schon vor längerer Zeit von Kopernikus entdeckt, deshalb bezeichnet man diesen Wandel im Weltbild als "kopernikanische Wende". Als ich darüber sinnierte, kam mir wiederum der philosophische Gedanke, dass die Sonne mit dem Verstand zu vergleichen ist, um den die Gegenstände, die Planeten, kreisen. Der Verstand ordnet diesen die jeweiligen Begriffe zu. Da sich unsere Theorien gleichen, bezeichnet man meine auch als "kopernikanische Wende in der Erkenntnistheorie". Um dies für alle verständlich zu machen, werde ich hierfür noch ein Beispiel anführen:

Nehmen wir an, wir betrachten den Umriss eines Planeten durch ein Teleskop. So haben wir im Zentrum wieder unseren Verstand, um den die verschiedenen Begriffe kreisen, die wir dem Bild eines Planeten zuordnen. Diese können zum Beispiel sein: helles Licht, matte Kugel, leuchtender Punkt, Stern, Ringe. Aus der konkreteren Beschreibung des Planeten schließt der Verstand letztendlich, dass es sich um den Saturn handeln muss.



Bildergebnis für mensch schaut durch ein teleskop
 
 
 
 
In Bezug auf die kopernikanische Wende kann man auch noch hinzufügen, dass die Menschen früher die Erde für das Zentrum, das Wesentliche, hielten (geozentrisches Weltbild). Genauso war es mit den Begriffen, sie wurden für das Wesentliche gehalten. Dabei haben sie nicht erfasst, dass das wahre Zentrum die Sonne ist; genauso ist es mit dem Verstand, denn um ihn ordnen sich alle Begrifflichkeiten und Strukturen.
Ich hoffe, ich konnte euren Nachthimmel etwas erleuchten!
 
Gezeichnet: KANT
 

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

Seid gegrüßt meine Freunde der modernen Philosophie!
Viele werden mich mit Sicherheit bereits kennen, mein Name ist Immanuel Kant. Aber für alle, die mich nicht erkannt haben, werde ich mich hier noch einmal kurz vorstellen:

Ich wurde 1724 in Königsberg, im damaligen Preußen, geboren. Mein Vater war ein Riemermeister und ich hatte acht Geschwister. Im Alter von acht Jahren besuchte ich ein streng pietistisches Gymnasium in Königsberg und begann 1740 mit meinem Studium, welches ich mit Bravour 1746 abschloss.
Danach arbeitete ich als Hauslehrer bei ostpreußischen Familien, bis ich 1754 zum Magister ernannt wurde, quasi ein Universitätsprofessor. Meine Themengebiete waren sehr breit gefächert, so gab ich Vorlesungen in Logik, Metaphysik, Moralphilosophie, Mathematik, Physik, Geographie, Anthropologie, Pädagogik, Naturrecht, Theologie und gelegentlich auch Festungsbau. Schließlich zog ich mich nach vielen lehrreichen Jahren 1801 von meinen akademischen Ämtern zurück und widmete mich voll und ganz meinen wissenschaftlich wertvollen Gedankengängen und starb 1804 einsam in Königsberg.

Sicherlich sind euch einige meiner Werke heute noch beka(n)nt, spezifisch diese drei, auf die ich in meinen weiteren Einträgen eingehen möchte:

- Kritik der reinen Vernunft (1781)
- Kritik der reinen Vernunft (zweite, wesentlich veränderte Auflage; 1787)
- Kritik der praktischen Vernunft (1788)

Kommt mit mir auf eine Reise in das Innere unseres Verstandes, zu den Ursprüngen aller Erkenntnis!
Habt keine Scheu, euch eures eigenen Verstandes zu bedienen!

Gezeichnet: KANT




#unerKANT